Umbau eines Lattenrostbettes zum Wasserbett

Zum November 1997 haben wir uns mal aufgerafft um uns über Wasserbetten zu informieren. Bei der netten Verkäuferin fiel es nicht schwer, ein paar Matratzen für den Umbau unseres bereits existenten Bettes zu kaufen.
Die beiden Halbschalen sind für den Transport etwas sperrig. In unserem Fall 2x0,9Meter. Die Matratzen mit dem Mittelkeil, dem vorgeformten Wasserauffanglaken aus Gummi oder Latex oder sowas und die beiden Heizungen kann man bequem tragen.
Da es eigentlich nicht schwer sein kann, die paar Teile zusammen zulegen, haben wir es einfach mal versucht. Den Wasserschlauch haben wir uns vom Bettengeschäft geliehen. Ist zwar nicht zwingend notwendig, aber es erleichtert die Sache, weil der Schlauch an beiden Enden aufgeschraubt werden kann.
Die Lattenroste werden rausgenommen. Die Halbschalen eingesetzt. Das Bett hat bereits eine mittige Unterstützung über die gesamte Länge. Da jede Matratze um die 150Liter Wasser aufnehmen wird, was ungefähr einer Masse von 150kg entspricht, haben wir zusätzlich vier Stützrohre vom Schrottplatz geholt.
Wenn schon Eisen, dann richtig.
Verpackung im Wohnzimmer Wir haben uns vorgenommen unser vorhandenes Bett in ein Wasserbett umzubauen. Nach dem Auspacken sieht das Wohnzimmer nicht mehr so bewohnbar aus. Aber wer wohnt denn schon im Wohnzimmer?
Beide Halbschalen eingelegt Ohne Lattenroste ist das Bett ziemlich leer. Die beiden Halbschalen werden ohne Probleme eingesetzt und mit einem kleinen Winkel zusammengehalten.
Platzierung der Verstärkung Nach dem Einlegen der Leck-Laken(Nein. Nicht das. Hierbei handelt es sich um eine Sicherheitsmatte, falls eine Matratze undicht werden sollte), der Heizung und der Wassermatratzen, kümmern wir uns um die Abstützung der Wannen.(Vordergrund: Hier wurde Eisen verwendet. Zwei Rohre pro Halbschale mit angeschweissten Platten. Das Bett ist bereits recht stabil).
Zugucken und nixtun Zaungäste. Typisch. Zugucken, nix tun, aber später Spaß haben wollen.
Probeliegen während Wasserbefülung Erstes Probeliegen. Die zweite Matratze wird noch befüllt. Zwei Matratzen haben den Vorteil des unterschiedlichen Heizsystems. Das Temperaturempfinden differiert doch ein wenig.
Drei in einem Bett Zweites Probeliegen. Die Matratze wird immer noch befüllt. Aber man muss es ja mal testen. Der vierte musste leider fotografieren.
Sieht aus wie normal Und still ruht der See
Wärme und Temperatureinstellung
Ob die flachen Heizmatten mehr in den oberen oder unteren Bereich gelegt werden, ist unerheblich. Sie sind keinesfalls so gross wie die Matratzen. Die Temperatur wird auf ca. 27Grad eingestellt. Wem das zu kalt scheint, kann es mit 28 oder 29 Versuchen. Hier entscheidet 1Grad deutlich über das Wohlbefinden.
Wasser ist ein schlechter Wärmeleiter. Die Temperatur ändert sich nur langsam. Wer also freudigerweise erstmal 35Grad eingestellt hat, und bereits nach 30Minuten feststellt das eine Sauna dagegen wie ein Kühlschrank wirkt, hat Pech. Für den Rest der Nacht und einen grßen Teil des nächsten Tages wird das Wasser kaum abkühlen.
Zur Temperatur ist zu bedenken, das zwar der Körper während des Schlafes abkühlt, aber im Sommer kriegen wir ja auch schon Schlafstörungen wenn es mal um die 29Grad wird.
Beim Anfassen einer Matratze merkt man also kaum eine Erwärmung. Spürt man sie deutlich, dann ist es zu warm.



Wassermenge und Härtegrade
Je nach Härtegrad der Matratze, schwabbelt das Bett. Macht keinesfalls den Fehler und orientiert euch an euern jetzigen Matratzen. Wassermatratzen bewegen sich. Es gibt unterschiedliche Härtegrade. Härtegradeinteilungen gibt es firmenunabhängig, aber auch bei unterschiedlichen Matratzen innerhalb des Anbieters.
Im Wesentlichen gibt es unberuhigt , teilberuhigt und voll beruhigt
Für den ersten Eindruck wird beruhigt in Frage kommen. Gegenüber der herkömmlichen Matratze ist das schon sehr weich. Allerdings fühlt man sich darin wie im Schwamm. Testet das ausführlich im Geschäft.
Notwendigkeit für vollberuhigte Matratzen gibt es nur, wenn beide Partner auf einer Matratze liegen. Ansonsten wird´s etwas unruhig, wenn sich einer bewegt.
Ein gutes Mittelmaß stellt die teilberuhigte Matratze dar.

Der Vorteil von zwei Matratzen besteht darin, das jeder seine eigene hat auf der er sich rumwälzen kann. Die Wellenbewegung wird am Trennkeil zwischen den beiden Matratzen weitestgehend gebrochen. Außerdem hat jede ihr Heizsystem und ihre Festigkeit. Dazu kommt, das bei Gewichtsunterschieden des Partners oder der Partnerin ab ungefaähr 40kg, zwei Matratzen ratsam sind.
Die Festigkeit der Matratze richtet sich nach dem Material und der Wassermenge. Vernachlässigen wir mal das Material, so muss ja in die Matratze noch Wasser rein. (Hätten wir fast vergessen:-).
Die gefüllte Matratze sollte nicht über den Rand der Hartschaumwanne herausschauen. Schliesslich liegt man im Bett und nicht darauf. Wenn ihr euch also mit eurem euch eigenen unteren Rücken auf die Matratze setzt, und gerade nicht mehr den Boden berührt, sollte es genug sein.
Wenn zuviel Wasser drin ist, werdet ihr in der Nacht das Gefühl haben, euch festklammern zu müssen. Das nervt!

Zum Schluß noch den Conditioner rein gegen Algenbildung und für Bindung des Sauerstoffs, Luft raus damit es nicht plätschert und fertig ist das neue Planschbecken.


Körpergröße und andere Nebensächlichkeiten
Da wir unser Bett schon einige Zeit vorher anschafften, war die Größe 2Meter mal eins80 völlig in Ordnung.
Allerdings wird die Größe etwas reduziert, durch den Schaumstoffrand der Wanne. 2Meter breit wäre geringfügig besser.

Wie bereits auf den anderen Seiten beschrieben, passt sich das Wasserbett den Körperkonturen an. So können Schwangere auf dem Bauch schlafen, aber auch Frauen mit entsprechender Oberweite. Stellt sich bei manchen die Frage was stärker ist; Wasser oder Silikon:-)
Allerdings ändert sich auch sonst etwas, wenn auch gering. Will man z.B. wie früher üblich auf Knien aus dem Bett kriechen, so muß man bedenken, das die Knie sich in die Matratze eindrücken und dementsprechend die Matratze zwischen den Knien hochkommt:-)
Das sich drehen wird auch etwas erschwert. Üblicherweise stützen wir uns auf Knie und Ellenbogen um unsere Lage zu verändern. Bei festen Matratzen kein Problem. Aus Wasser wird unser ganze Körper eingebettet. Da das nicht umgangen werden kann, bleibt nur die Möglichkeit, den Widerstand zu verringern. Ohne Kleider optimal.

Das Wasserbett muss immer gewärmt werden. Der eigene Körper reicht zur Erwärmung nicht aus. Die Wassermatratze wärmt also den Körper und nicht umgekehrt, wie bei herkömmlichen Matratzen. Das hat im Winter den Vorteil, das man sich und die Matratze nicht warmzittern muss und im Sommer, dass man nicht schwitzt, wenn es wieder mal so unerträglich warm ist. Überhaupt liegt man irgendwie mehr im Bett.

Sollte es mal passieren das was verschüttet wird, so kann man die Matratzen mit einem feuchten Tuch abwischen. Die Auflage wird mit einem Reißverschluß vom Rest getrennt und in die Wäsche gestopft.